Theaterp�dagogisches Zentrum Hildesheim 

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Landesverband Theaterpädagogik Niedersachsen e.V.


Aufgewacht aus dem Dornröschenschlaf:
In Niedersachsen formiert und positioniert sich ein Netzwerk für Theaterpädagogik


Am 12.12.2008 hat sich der Landesverband Theaterpädagogik als gemeinnütziger Verein gegründet.

www.lat-niedersachsen.de
kontakt (at) lat-niedersachsen.de


Vorstand
Jörg Kowollik (1. Vorsitzender, Jugendkulturarbeit Oldenburg)
Iris Hörtsch (2. Vorsitzende, Freie Theaterpädagogin Hannover)
Anna Palla (Kassenwartin, theaterpädagogische werkstatt Osnabrück)
Prof. Dr. Florian Vaßen (Beisitzer, Leibniz Universität Hannover)
Corinna Schmelter-Pourian (Beisitzerin, Theaterwerk Albstedt)
Katrin Löwensprung (Beisitzerin, TPZ Hildesheim)
Christian Aschenbrenner  (Beisitzer, Universität Braunschweig)
Jennifer Marlene Vollmer (Beisitzerin, Universität Braunschweig)

Hintergrundinformationen

Für die „Zeitschrift für Theaterpädagogik“ (Korrespondenzen) haben Anja Krüger, Bildungsreferentin „Kultur macht Schule“ bei der LKJ Niedersachsen un
d Juliane Steinmann, damalige Geschäftsführerin und Künstlerische Leiterin Theaterpädagogisches Zentrum (TPZ) Hildesheim e.V. folgenden Artikel verfasst:

Niedersachsen
Das Ursprungsland der Grimmschen Märchen. Heimat von Till Eulenspiegel und Münchhausen. Hier werden Großmütter gefressen, Brote in Öfen geschoben und Betten geschüttelt, und vor allem hinter Rosenhecken geschlafen. Bis jetzt.

Netzwerkdichte
In keinem Bundesland gibt es eine vergleichbare Dichte an Theaterpädagogischen Zentren. In Hannover, Hildesheim und Lingen haben sie eine direkte fachliche Verbindung zu den entsprechenden Instituten an Hochschulen und den Theatern vor Ort. In Oldenburg, Ottersberg und Braunschweig bieten weitere Hochschulen Studiengänge mit theaterpädagogischen Inhalten und Abschlüssen an. Hunderte von Absolvent/innen gestalten als freiberufliche Künstler/innen oder auch als festangestellte Kräfte die theaterpädagogische Praxis in Schulen, Gemeinden, Soziokulturellen Zentren, an Musik- und Kunstschulen, in freien Theatergruppen und an festen Häusern.

Trotz lokaler Kooperationen haben sich alle Beteiligten bis zum Frühjahr dieses Jahres nicht als gemeinsam agierendes Netzwerk wahrgenommen. Die gepflegte Rosenhecke um die regional Aktiven herum war dicht und selbst, wenn dort kunstvoll auf Seilen getanzt wurde, lag das politisch motivierte überregionale Engagement in tiefem Schlaf. Kein Landesverband der Theaterpädagogik beschäftigte das Ministerium mit neuen Erkenntnissen oder forderte Beachtung der wertvollen Tätigkeiten – im Gegensatz zu allen anderen künstlerischen Fachbereichen.

Nach den Ergebnissen der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ und PISA, durch aktuelle politische Entwicklungen sowie neue inhaltliche Gewichtungen an zentralen Stellen der Kulturpolitik schien es angebracht, den Dornröschenschlaf zu beenden und ein aktives Theaterpädagogiknetzwerk in Niedersachsen ins Leben zu rufen.

Initiative & erstes Konzeptpapier
Wach geküsst hat schließlich Wolfgang Steen die Szenerie: Dem Vorstandsvorsitzenden der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung (LKJ) Nds. e.V. und Geschäftsführer des Theaterwerks Albstedt fiel es leicht, weitere engagierte Mitstreiter/innen zu mobilisieren. Nach gefühlten 100 Jahren war die Zeit reif für den Blick über den Tellerrand: Nach dem Apfelbaum-Motto „Schüttel mich, schüttel mich, meine Äpfel sind schon lange reif“ entwickelten Insa Lienemann, Geschäftsführerin der LKJ,  und Anja Krüger, Bildungsreferentin der LKJ, gemeinsam mit Juliane Steinmann vom TPZ Hildesheim ein Konzeptpapier, in dem sie die aktuelle Situation, die Berufsfelder, das Selbstverständnis sowie mögliche kurz-, mittel- und langfristige Ziele der Theaterpädagogik skizzierten.

Diskussion & Verbreitung
Bereits im Mai gab es ein erstes Treffen mit der Gesellschaft für Theaterpädagogik (Prof. Dr. Florian Vaßen), dem Theater für Niedersachsen (Bettina Braun)  und dem TPZ der Emsländischen Landschaft in Lingen (Tom Kraus) in Hildesheim. Andere interessierte Kolleg/innen konnten wegen der Kurzfristigkeit des Termins nicht teilnehmen.

Eine erste Grundlage war geschaffen. Das Konzeptpapier wurde an alle bekannten Stellen für Theaterpädagogik im Land versandt mit der Bitte um Weitergabe. Gleichzeitig wurde zu einem Netzwerktreffen anlässlich des Festivals „Theaterpädagogik trifft Osnabrück“ (siehe Korrespondenzen Nr. 52) eingeladen. Dort trafen sich 22 Theaterpädagog/innen aus ganz Niedersachsen, um über die Strukturen eines niedersachsenweiten Netzwerkes und die Bündelung der gemeinsamen Interessen und Potentiale zu beraten. Das breite Spektrum der Arbeitsfelder und das große Interesse an gemeinsamen politischen Zielen, war deutlich zu erkennen. Vertreter/innen von Stadt- und Staatstheatern, Fachhochschulen und Hochschulen, theaterpädagogischen Zentren, aus der Jugendkulturarbeit, vom Fachverband Schultheater sowie freie Theaterpädagog/innen äußerten ihren Bedarf an einer aktiven Netzwerkarbeit. Bei dem Treffen wurden folgende Ziele formuliert:

Ziele
•    Das vorliegende schriftliche Konzeptpapier wird durch Praxisbeispiele und Visionen erweitert. Kommentare und Ergänzungen aller interessierten Kolleg/innen in Niedersachsen werden bei der LKJ gesammelt und von einer Redaktionsgruppe in das Konzept eingepflegt.
•    Ein 3-5 Jahres-Modellprojekt für überregionale theaterpädagogische Arbeit auch in abgelegeneren Regionen wird konzipiert und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur gemeinsam mit dem Konzeptpapier vorgestellt.
•    Die Bestrebungen des Fachverbands Schultheater, der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und der Leibniz Universität in Hannover für eine Etablierung des Faches Darstellendes Spiel im Curriculum der Schulen werden unterstützt.
•    Per Fragebogen wird eine Erfassung von Aktivitäten und aktuellem Bedarf der Theaterpädagogik in Niedersachsen vorgenommen. Dabei wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, da die Zeit drängt und keine finanziellen Mittel für eine professionelle Evaluation zur Verfügung stehen.
•    Angestrebt wird die Sichtbarmachung des Netzwerkes. Damit verbunden ist auch der Selbstvertretungsanspruch des Netzwerkes Theaterpädagogik in Fachfragen durch eigene fachlich qualifizierte Vertreter/innen als Ansprechpartner/innen gegenüber Politik, möglichen Sponsor/innen, Stiftungen, Landschaften etc.
•    Die Forderung des BUT wird unterstützt, die Berufsbezeichnung „Theaterpädagoge/Theaterpädagogin“ zu schützen. Damit einher geht auch die Wertschätzung der künstlerischen, theaterpädagogischen Arbeit in Bildungszusammenhängen und die Anerkennung des Gewichts Kultureller Bildung als Bestandteil der Allgemeinbildung.

Weitere Recherche
Inzwischen wurde von der LKJ ein Fragebogen zur Erfassung der theaterpädagogischen Arbeit landesweit verschickt. Das Ergebnis dieser Umfrage wird beim nächsten Netzwerktreffen im Herbst den Beteiligten als Informationsgrundlage zur Verfügung gestellt (zu Redaktionsschluss lag das Ergebnis noch nicht vor).

Weiteres Vorgehen
Um die Stoßkraft der Netzwerk-Initiative zu vergrößern, bitten die Autorinnen um Feedback, Einmischung und Beteiligung interessierter Kolleg/innen vor allem aus Niedersachsen.
Sattelt Eure Pferde und auf in die niedersächsische Prärie! (...)"

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