Projekt Beschreibung

Wir blicken zurück auf die letzten Monate. Wir gehen zurück an den Jahresanfang 2020. Wir halten inne und blicken auf die wesentlichen Dinge. Unsere Aufzeichnung, unser „record“, beginnt im März 2020. Und wir fragen uns, was war damals und was ist jetzt das Wesentliche für uns?

  • Was ist wichtig für uns und unser Zusammenleben?
  • Welche physischen Kontakte sind unerlässlich?
  • Was ist mit alleinstehenden Menschen in Zeiten von Kontaktsperren?
  • Warum sind plötzlich die einen wichtiger als die anderen?
  • Wer entscheidet nach welchen Kriterien, was und wer systemrelevant ist? Welche Folgen hat das?
  • Wie verändert sich die Gesellschaft? Und welche Veränderungen gestalten wir mit?
  • Und wie werden die Fragen danach, was wichtig ist und was unwichtig, durch einen neuen Alltag ausgehebelt?

Teilprojekt: Die Relevanten

Leitung: Julia Solórzano und Silke Pohl

Die letzten Monate haben gezeigt: Die nächste Krise kommt schneller als erwartet. Das TPZ hat sich deshalb vorbereitet und den erfolgreichen Umgang mit Krisen in den Fokus gesetzt. Auf welche Dinge kommt es in schwierigen Situationen wirklich an? Und welche Personen helfen uns durch sie hindurch?

Seit Januar 2022 trafen sich die Teilnehmenden zwischen 25 und 80 Jahren einmal wöchentlich auf der Probebühne des „theaters für niedersachsen“. Unter theaterpädagogischer Leitung von Silke Pohl und Julia Solórzano brachten sie eigene Anekdoten zu Papier, setzten ihre persönlichen Krisen und Krisenhelfer*innen in Szene oder experimentierten mit Rettungsdecken und Toilettenpapier. Dabei wurde nicht nur die Corona-Pandemie zum Anlass genommen – auch eigene Lebenskrisen oder vermeintlich harmlose Zwangslagen wie Zugausfälle oder das Fehlen von Schokolade wurden inszeniert.

Entstanden ist eine interaktive Theatercollage, die biografische Themen der Teilnehmenden verhandelt und herausstellt, worauf es bei Krisen wirklich ankommt.

Teilprojekt: Alles, was im Leben wichtig ist

Leitung: Theresa Henning und Renzo Solórzano

Bis Ende des Jahres 2022 veranstaltet das TPZ gemeinsam mit dem Verein Kwabsos 15 Projekttage. Mit den Jugendlichen stellen wir uns Fragen wie: Was ist mit wichtig? Warum bin ich wichtig? Dabei kommen die inhaltlichen Themen von den Jugendlichen selbst; die Theaterpädagog*innen geben den Input. Mögliche Themenfelder können sein: Wie wichtig sind Sprache, Herkunft und Aussehen? Ist es wichtig, schon zu wissen, wie die Zukunft aussieht?

Teilprojekt: Ich bin ich. Wirklich?

Leitung: Stefan Graen

In der Schreibwerkstatt „Ich bin ich – wirklich?“ will sich das TPZ mit verschiedenen Generationen austauschen. Welche Erwartungen haben Jugendliche heute? Welche Erwartungen hatten Jugendliche früher? Und welche Erwartungen wurden damals und heute an die junge Generation herangetragen? Haben die Generationen vielleicht mehr gemeinsam als wir denken?

Unter der Leitung von Theaterpädagoge Stefan Graen wird herausgestellt, was Jugendliche und ältere Menschen für wichtig halten. Im gemeinsamen Kontakt zwischen den Generationen soll dies mit Schreibübungen und Interviews in Geschichten, Bildern oder Filmen zusammengetragen werden. Das gesammelte Material, die „Geschichten der Generationen“ werden dann im Rahmen eines Leseabends präsentiert. Nach den Sommerferien geht das Projekt weiter: Im zweiten Teil wird aus den Geschichten ein Theaterabend entstehen.

Teilprojekt: Ich sehe was, was du nicht siehst

Leitung: Kathrina Hülsmann und Sinje Kuhn

Ein Klassenzimmer kennen alle. Die Kinder wissen ganz genau, wo ihr Sitzplatz ist, und kennen ihre Stundenpläne vermutlich genauso gut wie die Pausenzeiten. Doch was passiert, wenn bestimmte Dinge, Abläufe oder Rituale plötzlich nicht mehr da sind; wenn nicht nur unrelevante Dinge verschwinden, sondern auch Lehrer*innen, Stifte und Pausen? Zusammen mit Grundschulkindern entwickeln wir ein Spielformat, bei wir untersuchen, was den Kindern in ihrem (Schul-) Alltag wichtig ist. Wir sammeln gemeinsam Dinge, materielle wie immaterielle, die relevant und wichtig sind. Mit Workshops und Projekttagen, die wir an den Schulen durchführen, werden kleine Präsentationen erarbeitet.

Record/Play/Eject wird gefördert von der Stadt Hildesheim, der BürgerStiftung Hildesheim, der Heinrich-Dammann-Stiftung, der Friedrich-Weinhagen-Stiftung, der Kulturstiftung der Sparkasse Hildesheim, der Johannishofstiftung, der Stiftung Niedersachsen, dem Landesverband Soziokultur, dem Landkreis Hildesheim sowie dem Fonds Soziokultur.


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